die 3 könige

San Andres Columbia

Sicher, nach fast 30 Stunden Anreise aus Deutschland hätte man auch in Australien, Neuseeland oder auf den Fidschis sein können aber, wir wollten nach San Andres und das war gut so.

Nach der Anreise über Bogota konnten wir die Einreise in Kolumbien ohne das übliche Schlange stehen vollziehen, da unsere Betreuung vor Ort bereits die meisten Formalitäten erledigt hatte. Also war da noch der Transfer ins Hotel und der lang ersehnte Schlaf….… San Andres gehört mit den Schwesterinseln Providencia und Santa Catalina zu Kolumbien, ist ca. 700 km vom kolumbianischen Festland entfernt und liegt vor der Küste Nicaraguas. Entdeckt soll dieses Archipel Christoph Kolumbus um 1500 herum haben.
San Andres, die Hauptinsel ist 13 km lang und 3 km breit und hat die Form eines Seepferdchens. Seit den 50 er Jahren ist San Andres Freihandelszone. Die Sprachvielfalt auf der Insel ist geprägt durch die Geschichte. Die Einheimische Bevölkerung spricht neben sehr gutem Englisch den patois Dialekt, ein Gemisch aus Englisch, sai_karteFranzösisch, Spanisch und Portugiesisch. Die Zuwanderer vom Festland sprechen überwiegend spanisch.

Die Küsten San Andres haben verschiedene Prägungen. Im Norden, im El Centro, liegt der Hauptstrand Spratt Bight. Hier liegen auch die meisten Hotel und Geschäfte der Insel, hier tobt das Leben, zu Ostern auch Tag und Nacht. Auch der Flughafen von San Andres ist hier eingebettet. Im Osten gibt es vereinzelt Strandabschnitte, so zum Beispiel Cocoplum Beach oder die Sound Bay südlich von San Luis. Hier sind sehr schöne, auch ruhige Flecken und Hotels zu finden. Die Westküste besteht ausschließlich aus Felsen und Korallengestein ohne Sandstrände, aber auch hier stehen vereinzelt Hotels und Gästehäuser. Die Insel ist touristisch gesehen also voll erschlossen. wenngleich viele Waren des täglichen Bedarfs, unter anderem auch Lebensmittel, Benzin und Trinkwasser vom Festland eingeführt werden müssen. Trotzdem ist das Preisniveau im Vergleich zu anderen Karibikinseln moderat, zudem muss man nicht mit teueren US Dollars bezahlen sondern greift auf den kolumbianischen Peso zurück.

Hauptattraktion für viele Touristen sind die Keys im Bereich der Ostküste die mit Booten angefahren werden.

- Jonny Cay, eine kleine mit Palmen bewachsene Insel mit vielen Ständen und allerlei Genüssen wie gebratenen Fisch, Obst und nicht zuletzt Coco Loco dem insulanischen Drink mit Rum aus der Kokusnuss. Zusammen mit Livemusik wir hier den Touristen Reggae-Feeling vermittelt.

- Hanyes Cay mit Aquario liegen in einer Bucht umgeben von Korallenbänken wie ein natürliches Aquarium. Hier kommen Schnorchelfans auf ihre Kosten. Weitere Punkte die man auf San Andres ansteuern kann sind

- La Piscinita an der Westküste, eine kleine Bucht mit Korallengestein und glasklarem Wasser bis zum Grund, das über ein Sprungbrett oder eine Leiter zum Schnorcheln einlädt.

- Hoyo Soplador im Süden, eine Stelle im Korallengestein am Ufer, wo durch die dauernde Wellenbewegung Wasserfontänen durch das Riffgestein nach oben schießen.

- La Cueva de Morgan an einer Abzweigung in der Mitte der Westküste, hier liegt der wahrscheinliche Eingang zum Höhlenlabyrinth des Seeräubers Henry Morgan, der auf der Insel auch einen großen Goldschatz vergraben haben soll der noch nicht entdeckt wurde.

Im Inselinneren liegt das Dorf La Loma, an der Ostküste der Ort San Luis. In Beiden läßt sich die ursprüngliche Atmosphäre die San Andres prägt spüren. Am besten erkundet man die Insel mit dem Motorroller oder einem Golfwagen. Auf jeden Fall sollte man den Verkehr und die Fahrweise auf der Insel erst einmal beobachten, denn sie weicht sicher von unseren Gewohnheiten etwas ab. Und fahren sie bitte nicht zu schnell, sonst fahren sie an den schönsten Stellen vorbei oder treffen sich viel zu schnell am Ausgangspunkt wieder. Natürlich gibt es auch ein funktionierendes Bussystem auf San Andres. Dazu kommen wir später noch.

Wir haben als Startpunkt für unsere Ausflüge das Hotel Cocoplum gewählt und konnten dort auch einen Motorroller mieten. Das Hotel Cocoplum am gleichnamigen Strandabschnitt ist ein kleines, familiär geführtes Hotel mit 3 Sternen nach Landeskategorie, 36 Zimmern und 14 Appartements, zwei davon speziell für Familien mit kleinen Kindern ausgestattet.

Wir haben das Hotel über das Internet gebucht, und hatten von Anfang an email Kontakt zu Helga Robinson, einer Deutschen, die seit einigen Jahren auf San Andres lebt und für das Cocoplum Anfragen die aus Europa kommen bearbeitet. Helga hat für uns das Hotel gebucht, die Flüge Bogota – San Andres vermittelt und war uns bei der Einreise behilflich einschließlich dem Transfer zum Hotel.

(Alle wichtigen Adressen und Infos folgen am Ende des Berichts zusammengefaßt).

Nachdem das Hotel klar war mußten wir uns um Flüge kümmern. Ostern ist Hauptreisezeit auch für Kolumbien, so war die Auswahl zu einem akzeptablen Preis eher begrenzt. Die Kolumbianische Gesellschaft Avianca hatte auch gerade ihre Flüge ab Deutschland eingestellt. Wir fanden dann eine Verbindung Frankfurt – Madrid – Bogota mit Iberia die wir buchten. Dann stellten wir fest, dass der Anschlussflug Bogota – San Andres von Deutschland aus nicht buchbar war, Helga gab uns daraufhin die Adresse von Vitramar in Bogota die für uns gegen Vorauszahlung die Flüge beschafften und auch die Hotelunterbringung beim Rückflug in Bogota einschließlich Transfer organisierten. Auch wenn das alles umständlich klingt – es hat alles geklappt.

Wir wollten bei dieser Reise auf ein Pauschalangebot verzichten da bei dem Reiseveranstalter nur All-Inklusiv-Häuser zur Auswahl standen und wir gerne ungebunden sind und den Kontakt zu Land und Leuten suchen.

Das Cocoplum kam daher unseren Wünschen sehr entgegen. Die freundlichen, zweckmäßig eingerichteten Zimmer haben meist Meerblick und verfügen über Balkon, Klimaanlage, Ventilator, Minibar und TV. Gefrühstückt wird im Freien, direkt am Strand der jeden Tag gepflegt wird. Die Küche im Hotel ist überwiegend einheimisch, schmackhaft und ohne Schnörkel. Angeboten wird neben diversen Fleisch- und Geflügelgerichten natürlich frischer Fisch. Besonders Lob gebührt den Langusten in Knoblauch. Die Nebenkosten liegen mit ca. 1,20.- für Cola, Limonade und Bier sicher im günstigen Bereich, noch günstiger ist es nur außerhalb des Hotels und der Stadt an den unzähligen Kiosken am Straßenrand. Dem Cocoplum würde sicherlich ein kleines Frühstücksbuffet gut tun, das etwas mehr Abwechslung in die tägliche Frucht, Eier, Pancake Darbietung bringen würde. Etti ist der gute Geist beim Frühstück, Oscar ihr Kollege serviert das Abendessen. Ihr Service ist freundlich, ohne Übertreibungen, man spricht englisch und spanisch, manchmal auch gemischt. Aber man versteht sich und auch der Wunsch nach einer etwas weicheren Matratze wurde erfüllt, auch wenn das Management uns auf mögliche Gesundheitsschäden hinwies.

Die Minibar war bei Ankunft gefüllt, Bier, Limo, Cola, Wasser und ein Fläschchen Rum waren eisgekühlt. Rum ist besonders wichtig, denn glaubt man alten Überlieferungen, soll täglich ein Gläschen Rum angereichert mit etwas Cola und einem Stückchen Limette böse Geister vertreiben und vorbeugend wirken. Es stimmt, wir haben das probiert.

Um die kurzen Distanzen auf der Insel zu überwinden fährt man am besten Bus. Die alten amerikanischen School-Buses, aufgemotzt durch riesige Endrohre, Licht und Sound, oder einfach nur verschlissen, lassen sich an jeder Stelle per Handzeichen anhalten. Beim Einsteigen zahlt man $ 800 Pesos (ca. 80 Pf.) und kann an jeder beliebigen Stelle wieder aussteigen. Die Hauptfahrtrichtung ist im Fenster ersichtlich z. Bsp. El Centro, San Luis oder El Cove. Diese Busse fahren bis 20.00 Uhr. Natürlich gibt es auch regen Taxiverkehr ohne Taxameter, dafür mit 8-Zylinder Limousinen der Marken Buick und Chevrolet Baujahr unbekannt. Es gibt eine feste Preisliste die der Fahrer mitführen muss. Die Preise sind moderat, vom Hotel ins Zentrum $7000, zum Flughafen $12.500. Aber Achtung, ab Mitternacht verdoppelt sich der Fahrpreis. Vor Antritt am besten nach dem Preis fragen. Auch zu Fuß kann man vom Hotel aus einiges erleben. Geht man vom Hotel aus links etwa 100m kommt auf der rechten Seite ein kleiner Bretterverschlag in dem ein älterer grauhaariger Mann der auf den Namen Garibaldi hört Getränke, Huhn, Aspirin und was man eben so braucht verkauft. Hier kostet das Bier nur noch $750, das Cola $600. Wenn er gut drauf ist kommt man auch ins Gespräch mit ihm. So haben wir uns bei ihm nach den Spezialitäten der Insel Rondon und Crabsoup erkundigt mit dem Erfolg, dass wir an den nächsten beiden Abenden an einem Tisch am Gehsteig der Inseldurchgangsstraße saßen und uns den Eintopf aus Fisch, Schnecke, gepökelten Schweineschwanz in Kokosmilch gegart mit Yuka, Süßkartoffel, Kochbanane und Maiskloß schmecken ließen. Die Krebssuppe war übrigens auch sehr ansprechend. Einige Schritte weiter kommt ein größerer Bretterverschlag fast schon ein Supermarkt mit erweitertem Angebot. Hier gab es auch unsere Medizin - den Rum. Diese Kioske und kleinen Imbisse findet man überall an den Straßen. Sie haben eines gemeinsam - die netten Leute vor und hinter den Tresen.

Natürlich waren wir auch zum Tauchen nach San Andres gekommen. Im Vorfeld hatten wir uns über einige Tauchschulen kundig gemacht. Es gibt etwa ein halbes Dutzend davon auf der Insel, wir haben uns entschieden zwei davon zu testen.

Zum Einen die San Andres Divers, eine relativ neue Basis unter kolumbianischer Leitung und zum Anderen die Karibik Diver mit Werner Köster dem einzigen Deutschen Basisbetreiber der Insel. Wir mußten bei Beiden teilweise Ausrüstung leihen, da unser Fluggepäck auf 20 Kg. beschränkt war.

Bei den San Andres Divers gibt es ausschließlich neue Ausrüstung. Wir haben Jacket und Automat geliehen. Abgeholt wurden wir um 7.30 im Hotel, etwas früh für uns. Der Besitzer und ein deutschsprachiger Tauchguide der zur Aushilfe da war begleiteten uns beide mit einem 15-Mann Boot zum Spot Montanita einem weitläufigen Korallenfeld. Am Spot angekommen stellte man fest, dass für uns keine Computer eingeplant waren, aber das sei nicht tragisch, der Guide hatte ja auch keinen.

Der Tauchgang lief dann so ab: Nach einem Check ab ins Wasser, mit der Citizen auf 20m Tiefe, Guide voraus, 40 Minuten geradeaus, Sicherheitsstopp, auftauchen und Schluss. Gesehen haben wir jede Menge wunderschöne Korallen und Schwämme aber leider nicht was sich darunter und dazwischen bewegt. Dazu war keine Zeit.

Nach 30 Minuten Oberflächenpause im Boot fuhren wir zum zweiten Spot Reggaeness, der Tauchgang lief ab wie der Erste. Danach wurden wir mit dem Boot am Hotel abgesetzt.

Das haben übrigens die Tauchschulen gemeinsam: Abholung und Rücktransport per Auto, Taxi oder Boot sind im Preis enthalten.

Am Zweiten Tag fuhren wir kurz vor 9 Uhr mit dem Taxi zur Basis von Werner Köster. Wir erhielten unsere neuwertige Leihausrüstung und den obligatorischen Tauchcomputer. Bei den Paketpreisen von Werner sind der Tauchanzug und Computer bereits enthalten. Die Ausfahrt mit dem 10-Mann Boot und der erste Tauchgang war so wie wir uns das vorstellten. Nach dem Briefing ging es ins Wasser, Werner weist auf alles hin was sich im Wasser bewegt oder sich demnächst bewegen könnte und zeigt auch die Problemzonen. So haben wir bei den 8 Tauchgängen an Korallenfeldern, Steilwänden, Grotten und einer Höhle wirklich einiges gesehen. Hier ein kleiner Auszug: Seespinne, Barakuda, Turtle, Languste, Gespensterkrabbe, mehrere grüne Muränen, Torpedobarsch, Engelsfisch, Diademkaiser, großer Igelfisch und einen Adlerrochen. Höhepunkt war die Begleitung durch einen Schiffshalter, der an mir einen Narren gefressen hatte, was er durch nachhaltiges Knabbern an Wade, Ohr und Hals zum Ausdruck brachte.

Die Oberflächenpausen wurden an der Küste in kleinen Restaurants oder auf Jonny Cay bei einer Schale frischen Obst oder gegrilltem Fisch verbracht. Bei den Nachmittagstauchgängen waren wir dann mit Werner alleine unterwegs. Wir haben die Zeit unter Wasser sehr genossen, deshalb geht unsere Empfehlung klar an die Basis von Werner Köster.

So haben sich unsere Erwartungen an diesen Urlaub voll erfüllt, sieht man von der langen Anreise ab. Man versucht zur Zeit andere, schnellere Verbindung auf die Insel z.Bsp. über Miami oder Costa Rica zu organisieren.

San Andres ist eine touristisch voll erschlossene Insel mit genügend Ruhezonen und einem Angebot an Aktivitäten das sich nicht nur auf die All In Häuser beschränkt. Mit freundlichen Menschen auf einem Eiland wo nichts geschönt ist. Große Herbergen im All In Style und ruhige, familiäre Hotels, neue Häuser der reichen vom Festland neben alten, schiefen Hütten der Einheimischen, gepflegte Strände und Müll an der nächsten Ecke. So wie die Wirklichkeit eben ist, wenn man sie sehen und erleben will. Wir haben diesen Urlaub genossen.

Nun auch unsere erlebnisreichen Tage auf San Andres gingen zu Ende, die Rückreise mit Zwischenstopp in Bogota stand bevor. Wenn die Maschine von der wirklich nicht zu langen Startbahn abhebt und eine letzte Schleife über die Insel fliegt kann es vorkommen, dass man plötzlich einen Song im Ohr hat …

”take me back to my San Andres” …

Wenn das so ist kommt man sicher wieder...

die offizielle seite von san andres

homepage vom cocoplum hotel

mannis seite und die san andres pinwand

homepage von helga robinson

homepage von werner köster